Erfahrungsbericht von Frau G. aus Lübzow
Vorgeschichte
Ich bin 55 Jahre alt, Mutter von drei Kindern, verheiratet und im öffentlichen Dienst tätig. Gegen COVID habe ich mich dreimal impfen lassen (April, Juni und Dezember 2021). Bei der zweiten Impfung mit BioNTech bekam ich eine heftige Impfreaktion mit Fieber, Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Ich muss sagen, dass ich danach den Begriff „Schüttelfrost“ für mich neu definieren musste. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Nach einer Woche ging es mir wieder gut, geblieben waren jedoch Schmerzen im Impfarm und an der Schulter.
Im August 2022 erkrankte ich zum zweiten Mal an Corona – schwer, wie ich fand. Ich lag über eine Woche flach im Bett, hatte trotz fiebersenkender Medikamente um die 40 °C Fieber. Zwei Tage lang konnte ich nur mit Hilfe aufstehen und zur Toilette gehen. Wirklich aufgestanden bin ich erst nach 14 Tagen. Meine Fingerspitzen sahen schlecht durchblutet aus. Als Asthmatikerin half mir bei Atemnot nach den heftigen Hustenattacken mein Notfallspray.
Ich konnte mich von dieser Erkrankung kaum richtig erholen. Mir fehlte Kraft. Dennoch ging ich wieder arbeiten und kämpfte ein Jahr lang mit schweren Infektionen. Es begann mit einer Bronchitis, dann Blasenentzündung, schwere Nierenbeckenentzündung und anderes. Im August 2023 wurde dann eine tiefe Bein-Beckenvenenthrombose festgestellt. Ich weiß nicht, wie lange ich diese schon verschleppt hatte. Die Schmerzen im Bein schob ich auf eine Zerrung. Seitdem bin ich krankgeschrieben.
Meine Symptome: Bluthochdruck, schneller Puls bei kleinster Belastung, starke Muskel- und Gelenkschmerzen, Durchfall und Verstopfung im Wechsel, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, teils mit Wortfindungs- und Sprachstörungen, sowie eine lähmende Schwäche. Besonders das Treppensteigen und „berghoch“ gehen strengen mich an. Ich kann kaum die Arme heben. In der schlimmsten Phase (November/Dezember 2023) konnte ich mir nicht einmal selbst die Haare waschen oder föhnen.
Bei Überlastung (Crash) wird mir schwindlig, ich zittere, der Blutdruck schießt in die Höhe, mein Puls ist extrem hoch, und mir ist übel bis hin zum Erbrechen. Die Crashs treten knapp zwei Tage nach der Überlastung auf. Die massive Phase dauert ungefähr zwei Tage, dann brauche ich jedoch noch einmal drei bis vier Tage, bis die Symptome verschwinden. Was ich nicht wusste: Jeder Crash verschlechtert den Allgemeinzustand weiter. Ich verstand nicht, warum es mir immer schlechter ging, obwohl ich doch zu Hause war und mich ausruhte.
Strikte Ruhe zu Hause half mir. Ganz langsam verbesserte sich mein Zustand – ich konnte wieder mehr im Haushalt machen, und auch kleine Spaziergänge wurden möglich. Von ME/CFS oder PEM hatte ich bis dahin nichts gehört. Also übertrieb ich immer wieder. Es muss doch möglich sein, seinen Körper zu trainieren?, dachte ich.
Im Januar 2024 sagte mir meine Hausärztin, dass ich Long COVID habe. Nun stand CFS auf dem Krankenschein. Mir wurde in aller Deutlichkeit tatsächlich verordnet, über Wochen hinweg nur einmal am Tag bis zum Briefkasten zu gehen – ansonsten nichts zu tun, nur ausruhen. Und das half.
Kombinierte Therapie
Meine Hausärztin kennt das Sauerstoffzentrum Nordost in Groß Potrems/Dummerstorf bei Rostock, Dr. Treise und sein Team. Sie selbst war in dieser Tagesklinik und empfahl mir die Therapie. Ich beantragte die Kostenübernahme bei Krankenkasse und Beihilfe – was abgelehnt wurde. Das hier zu werten, erspare ich mir!
Das Ausfüllen des Anamnesebogens (steht online bei der Klinik zur Verfügung) war unkompliziert. Dr. Treise rief mich nach Erhalt des Bogens an, und wir besprachen Einzelheiten zu einem Aufenthalt, vorbereitend dazu auch eine Blutuntersuchung. Diese zeigte, dass ich von der Impfung noch immer Spikeproteine in den Immunzellen und an den Exosomen hatte.
Ich war im November 2024 knapp drei Wochen vor Ort. Die Behandlungen waren anfangs für mich relativ viel/schwer, obwohl man eigentlich „nur“ sitzt oder liegt. Die Pausen zwischen den Therapien brauchte ich zum Ausruhen – ich schlief fast jedes Mal zwischen den Behandlungen ein.
Da ist es gut, dass im Haus Hotelzimmer zur Verfügung stehen – und dass diese Zimmer bezahlbar sind! Da mir anfangs auch die Selbstverpflegung und das Kochen schwerfielen, hier ein Tipp: Man muss ja nicht leben wie Gott in Frankreich. Also sagte ich mir, dass diese zwei bis drei Wochen gut zu überbrücken sind mit Suppen und Eintöpfen aus der Dose, 5-Minuten-Terrinen für den kleinen Hunger oder Butterbrot mit Spiegelei und einem Fertigsalat – schnelle Sachen eben.
Im Zimmer gibt es eine Miniküche mit zwei elektrischen Kochplatten. Aber eben im Zimmer – da mochte ich nicht groß kochen oder braten wegen der Essensgerüche im Raum. Doch das ist meine persönliche Einstellung.
Die Ausstattung des Zimmers, der Küche, des Bades ist gut. Wenn etwas fehlte, konnte man über die Rezeption alles erhalten. Deshalb an dieser Stelle ein großes Lob ans gesamte Personal. Alle haben immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse, die man äußert. Wer es im Zimmer etwas gemütlicher haben möchte, könnte sich eine Lichterkette oder ein kleines Nachtlicht mitnehmen.
Es gibt nichts zu meckern in der Tagesklinik! Selbst ein Verschieben von Behandlungen war kein Problem, wenn ich mal eine längere Pause brauchte. Es muss sich also niemand quälen!
Von den angebotenen Maßnahmen machte ich alles, was es gibt: In der ersten Woche nahm ich am Biofeedback teil, hatte zweimal täglich die milde Sauerstofftherapie, ACP-Cooling der Hände/Kältetherapie und Frequenztherapie. Gerade neu eingetroffen waren damals die Geräte für das CO₂-Trockenbad, und ich kam während meines Aufenthalts noch in den Genuss, dieses „Bad“ testen zu dürfen. Und es war super! Diese Therapie ist nicht nur äußerst angenehm und wärmend, sondern auch lindernd, wenn man – wie ich – unter starken Muskel- und Gelenkschmerzen leidet.
Pharmakologisch wurde die Therapie begleitet durch Bromelain, Nattokinase, Lithium und Ivermectin.
Es war alles so, wie Dr. Treise es vorhersagte: Nach ungefähr sechs Tagen ließ mein Gehirnnebel nach, und ich fühlte mich kräftiger. Auf der Treppe in die obere Etage zu meinem Zimmer brauchte ich nur noch drei bis vier Stopps. Irgendwann in der zweiten Woche konnte ich etwas längere Spaziergänge als gewohnt unternehmen. Nach einer Woche waren die Gelenkschmerzen in den Fingern/Händen so gering, dass ich wieder häkeln konnte. Durch die bessere Konzentrationsfähigkeit konnte ich wieder ein Buch lesen!
Mann, war ich glücklich! Das ist echte Lebensqualität für mich.
Als ich die Tagesklinik verließ, hatte ich noch leichte Gelenk- und Muskelschmerzen, doch mir wurde gesagt, das verbessert sich zu Hause noch weiter. Und so war es. Die Muskelschmerzen verschwanden fast komplett, die Gelenkschmerzen sind noch etwas in den Schultern, den Fuß- und Handgelenken spürbar, aber sehr moderat. So kann ich leben.
Ich kann meine Arme wieder heben, mich selbst vernünftig frisieren! Ich bewältige meinen Haushalt inzwischen gut – natürlich mit Pausen und geplant, aber ich bewältige ihn. Dadurch bin ich auch nicht mehr so eine Last für meine Familie, auch wenn das niemand zugibt… ;-)
Das Belastungs-EKG weist eine Leistungsfähigkeit von 60–70 % aus.
Wiederholung der Therapie
Da mir die Therapie guttat, beschloss ich schon im November, Anfang 2025 zwei Wochen „nachzulegen“. Gesagt, getan.