Zum Inhalt springen
Kaltplasma Wundheilung Tierstudie 2013

Kaltplasma verändert die Genexpression zentraler Wundheilungsmoleküle — In-vitro- und Mausmodell-Untersuchung

Originaltitel: Cold Atmospheric Plasma (CAP) Changes Gene Expression of Key Molecules of the Wound Healing Machinery and Improves Wound Healing In Vitro and In Vivo

Autoren

Arndt S, Unger P, Wacker E, Shimizu T, Heinlin J, Li YF, Thomas HM, Morfill GE, Zimmermann JL, Bosserhoff AK, Karrer S

Journal

PLoS ONE

DOI

10.1371/journal.pone.0079325

Zusammenfassung

Untersuchung an humanen Hautfibroblasten (in vitro) und im Mausmodell (129Sv/Ev-Mäuse, in vivo) zur Wirkung von Kaltplasma auf die Genexpression zentraler Moleküle der Wundheilung. Die Behandlung veränderte die Expression wundheilungsrelevanter Gene und ging im Tiermodell mit einer beschleunigten Wundschlussrate einher — keine Untersuchung an menschlichen Patienten.


Kaltplasma und die Genexpression der Wundheilungsmaschinerie — In-vitro- und Tiermodelldaten

Hintergrund

Kaltplasma wird mit schneller, schmerzfreier Desinfektion sowie mit positiven Effekten auf Wundheilung und Geweberegeneration in Verbindung gebracht. Diese Arbeit untersuchte, über welche molekularen Mechanismen Kaltplasma auf zellulärer Ebene und im Tiermodell auf den Wundheilungsprozess einwirken könnte — mit Fokus auf die Genexpression zentraler an der Wundheilung beteiligter Moleküle.

Studiendesign

  • Art: Kombinierte In-vitro-Studie und Tierstudie (kein Humanversuch)
  • Population: Humane Hautfibroblasten in Zellkultur; ergänzend 129Sv/Ev-Mäuse als Tiermodell für kutane Wunden
  • Intervention: Behandlung mit Kaltplasma (Cold Atmospheric Plasma) in vitro an Fibroblasten sowie in vivo an gesetzten Hautwunden der Mäuse
  • Kontrolle: Unbehandelte Kontrollzellen bzw. unbehandelte Wunden im Tiermodell
  • Endpunkte: Genexpression wundheilungsrelevanter Moleküle (in vitro), Wundschlussrate und Heilungsverlauf (in vivo im Mausmodell)

Zentrale Ergebnisse

  • Kaltplasma-Behandlung veränderte in humanen Hautfibroblasten die Expression mehrerer Gene, die an der Wundheilung beteiligt sind
  • Im Mausmodell zeigte sich bei mit Kaltplasma behandelten Wunden ein beschleunigter Wundschluss im Vergleich zu unbehandelten Kontrollwunden
  • Die Befunde deuten auf einen Zusammenhang zwischen den beobachteten Genexpressionsänderungen und dem beschleunigten Heilungsverlauf im Tiermodell hin

Klinische Bedeutung

Die Studie liefert Hinweise auf mögliche molekulare Mechanismen, über die Kaltplasma die Wundheilung beeinflussen könnte, und war Grundlage für weiterführende Forschung in diesem Feld. Sie untersucht das allgemeine Wirkprinzip von Kaltplasma und macht keine Aussage zu einem bestimmten kommerziellen Gerät — eine gerätespezifische Wirksamkeitsaussage lässt sich daraus nicht ableiten.

Limitationen

  • Keine Humanstudie — trotz des Begriffs “in vivo” im Titel handelt es sich um ein Mausmodell (129Sv/Ev), nicht um eine Untersuchung an menschlichen Patienten
  • Keine Übertragbarkeit auf klinische Wirksamkeit am Menschen — Ergebnisse aus Zellkultur und Mausmodell lassen keine belegte Aussage zur Wirksamkeit einer Kaltplasma-Anwendung bei Patienten zu
  • Tiermodell mit eingeschränkter Übertragbarkeit — Wundheilungsphysiologie der Maus unterscheidet sich in relevanten Aspekten von der des Menschen

Originalstudie lesen

Lesen Sie die vollständige wissenschaftliche Arbeit im Original auf der Journal-Website.

Originalstudie lesen