Ösophagusmotilitätsstörungen nach COVID-19-Infektion: Manometrische Studie
Originaltitel: Esophageal motility disorders after COVID-19 infection
Babić Ž, Bezdrov L, Eraković Haber V, Kardum D, Andabak M, Rob Z, Banić M
Scientific Reports
10.1038/s41598-025-31067-1
Zusammenfassung
Manometrische Studie (n=84): COVID-19 verschlechtert bestehende Ösophagusmotilitätsstörungen messbar — niedrigere kontraktile Frontgeschwindigkeit, vermindertes distales kontraktiles Integral, verlängerte distale Latenz.
Ösophagusmotilitätsstörungen nach COVID-19-Infektion
Hintergrund
Reflux und Schluckbeschwerden gehören zu häufig berichteten Symptomen nach COVID-19. Eine mögliche Ursache ist eine Beeinträchtigung der Speiseröhrenmuskulatur und ihrer nervalen Steuerung durch SARS-CoV-2. Diese Studie untersuchte mittels hochauflösender Ösophagusmanometrie, ob COVID-19 die Motilität der Speiseröhre objektiv messbar verändert.
Studiendesign
- Art: Prospektive klinische Studie mit Längsschnittvergleich
- Population: 84 Patienten mit vorbekannter ineffektiver Ösophagusmotilität, die vor und nach einer COVID-19-Erkrankung manometrisch untersucht wurden
- Intervention: Hochauflösende Ösophagusmanometrie (HRM) vor und nach klinischer COVID-19-Genesung
- Endpunkte: Kontraktile Frontgeschwindigkeit (CFV), distales kontraktiles Integral (DCI), distale Latenz (DL)
Zentrale Ergebnisse
Nach COVID-19-Infektion zeigten sich gegenüber der Ausgangsuntersuchung:
- Signifikant niedrigere kontraktile Frontgeschwindigkeit (CFV)
- Vermindertes distales kontraktiles Integral (Maß für Kontraktionskraft)
- Verlängerte distale Latenz (veränderte Koordination)
Die Befunde weisen auf eine messbare Verschlechterung der Ösophagusmotilität nach COVID-19 hin, auch bei Patienten mit vorbestehenden Störungen.
Klinische Bedeutung
Diese Studie ist eine der wenigen, die mit objektiver manometrischer Messung — nicht nur Symptomberichten — arbeitet. Sie liefert einen mechanistischen Beleg dafür, dass SARS-CoV-2 die neuromuskuläre Funktion der Speiseröhre beeinträchtigen kann, was Reflux, Regurgitation und Dysphagie bei Long-COVID erklären könnte.
Limitationen
Relativ kleine Stichprobe (n=84) aus einem einzelnen Zentrum. Nur Patienten mit vorbekannten Motilitätsstörungen eingeschlossen — keine Aussage über Patienten mit zuvor normaler Speiseröhrenmotilität. Arbeit sehr aktuell (2025/2026 veröffentlicht), unabhängige Replikation steht aus.
Originalstudie lesen
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