Rheuma & Entzündung
HBOT bei rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa — individuell nach ärztlichem Gespräch
Chronische Entzündung als Gewebebelastung
Chronisch-entzündliche Erkrankungen haben gemeinsam, dass das Immunsystem dauerhaft aktiviert bleibt — ein Zustand, der gesundes Gewebe belastet und zu strukturellen Veränderungen führt. Betroffen sind Gelenke, Schleimhäute, Gefäße und Bindegewebe, oft in Kombination.
HBOT wird in diesem Kontext hinsichtlich seiner Wirkung auf Entzündungsmediatoren, Neutrophilenfunktion und lokale Gewebeoxygenierung untersucht — als ergänzende Maßnahme zur bestehenden medikamentösen Therapie.
Rheumatoide Arthritis
Autoimmunerkrankung mit Entzündung der Gelenkschleimhaut. Führt unbehandelt zu fortschreitender Gelenkzerstörung; Basistherapie mit DMARDs bleibt Standard.
Morbus Crohn
Chronisch-entzündliche Darmerkrankung mit diskontinuierlichem Befall des gesamten Verdauungstrakts. Schübe und Remissionsphasen wechseln ab; perianale Fisteln sind eine häufige Komplikation.
Colitis ulcerosa
Kontinuierliche Entzündung der Dickdarmschleimhaut, beginnend im Rektum. Blutungen, Tenesmen und chronische Erschöpfung prägen den Alltag.
Systemische Entzündung
Erhöhte Entzündungsmarker (CRP, IL-6) belasten Gefäße und Organe. Viele Patienten berichten über Fatigue als begleitende, eigenständige Belastung.
Wie HBOT eingesetzt wird
Drei Wirkmechanismen, die in der hyperbaren Medizin bei chronischen Entzündungserkrankungen untersucht werden:
Modulation von Neutrophilen und Entzündungsmediatoren
Hyperoxie verändert die Aktivierungsschwelle neutrophiler Granulozyten und kann die Freisetzung reaktiver Sauerstoffspezies modulieren. Dieser Effekt wird im Kontext systemischer Entzündung untersucht.
Gewebeoxygenierung bei entzündlich bedingter Minderperfusion
Entzündete Schleimhäute und Gelenke sind häufig hypoxisch. HBOT erhöht den physikalisch gelösten Sauerstoff im Plasma unabhängig von Hämoglobin — ein Mechanismus, der in Studien zu Colitis und Morbus Crohn untersucht wird.
Immunmodulatorischer Effekt
In mehreren Studien zu entzündlichen Darmerkrankungen wurden Veränderungen von Entzündungsmarkern unter HBOT beobachtet. Die Mechanismen sind Gegenstand aktiver Forschung; HBOT wird als adjuvante Option diskutiert.
Aktuelle Studienlage
Ausgewählte Arbeiten aus unserer verifizierten Studiendatenbank zu HBOT bei entzündlichen Erkrankungen:
HBOT bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
Meta-Analyse zu HBOT bei CED — untersucht Wirkung auf Entzündungsmarker und klinische Parameter bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
HBOT bei Colitis ulcerosa: Phase-2B-Studie
Randomisierte kontrollierte Phase-2B-Studie zu HBOT als adjuvante Therapie bei aktiver Colitis ulcerosa.
HBOT bei rheumatoider Arthritis: erste klinische Daten
Pilotstudie mit 10 Patienten untersucht HBOT als Ergänzung zur Basistherapie bei rheumatoider Arthritis.
Ablauf & Vorgehen
- 1
Ärztliches Erstgespräch
Dr. Treise bespricht Diagnose, aktuelle Medikation (DMARDs, Immunsuppressiva, Biologika), Krankheitsaktivität und bisherigen Verlauf. Eine laufende medikamentöse Therapie ist keine Kontraindikation.
- 2
Einordnung und Erwartungsmanagement
HBOT kommt ergänzend zur bestehenden Therapie in Betracht — nicht als Ersatz. Der mögliche Nutzen hängt von Erkrankung, Stadium und individuellem Ansprechen ab; dies wird im Gespräch gemeinsam bewertet.
- 3
Therapieprogramm
Mehrere Wochen, täglich oder an aufeinanderfolgenden Tagen. Entzündungsparameter können vor und nach der Behandlung kontrolliert werden, um den Verlauf zu dokumentieren.
- 4
Begleitende Maßnahmen
Frequenztherapie und CO₂-Trockenbad können je nach Verträglichkeit ergänzend eingesetzt werden. Nikotinkarenz ist bei allen entzündlichen Erkrankungen wichtig.
Ist die Therapie für Sie sinnvoll? Wir beraten Sie unverbindlich.
Vereinbaren Sie noch heute Ihren Termin und starten Sie Ihren Weg zu mehr Lebensqualität.