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Aseptische Knochennekrose

HBOT bei Knochenmarködem, Knochennekrose und Osteomyelitis — individuell geplant nach bildgebender Diagnostik und ärztlichem Gespräch

Knochen unter Sauerstoffmangel

Knochengewebe ist metabolisch aktiv und auf eine kontinuierliche Blutversorgung angewiesen. Wird diese unterbrochen oder dauerhaft vermindert, stirbt das Gewebe ab — eine Knochennekrose entsteht. Die Erkrankung verläuft oft schleichend: Die ersten Symptome sind Schmerzen, die sowohl unter Belastung als auch in Ruhe auftreten können.

Betroffen sind häufig der Hüftkopf, die Femurkondylen am Knie, der Talus am Sprunggelenk und der Kieferknochen. Risikofaktoren umfassen Cortisonmedikation, Alkohol, Gerinnungsstörungen, Taucherkrankheit, Diabetes und eine Reihe weiterer Erkrankungen.

Hüftkopfnekrose

Avaskuläre Nekrose am Hüftkopf — zählt zu den häufigsten Formen; Cortisontherapie und Alkohol gehören zu den Hauptrisikofaktoren

Morbus Ahlbäck

Spontane Nekrose des medialen Femurkondylus; tritt bevorzugt bei älteren Patienten auf und äußert sich durch Knieschmerzen, besonders beim Treppensteigen

Osteomyelitis

Bakterielle Knochenentzündung — häufig postoperativ oder als Komplikation schlecht heilender Wunden; geht mit lokaler Durchblutungsstörung einher

Osteoradionekrose

Knochennekrose nach Strahlentherapie, besonders im Kiefer; wird häufig durch Zahnextraktionen im bestrahlten Gebiet ausgelöst

Stadieneinteilung nach ARCO

Die international gebräuchliche ARCO-Klassifikation teilt Knochennekrosen in vier Stadien ein. MRT und Röntgen liefern die Grundlage — das Stadium bestimmt, welche therapeutischen Optionen zur Verfügung stehen.

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Stadium 1 — Frühstadium

Nur im MRT erkennbar: Knochenmarködem ohne Strukturveränderung im Röntgenbild. Entlastung und engmaschige Bildgebung stehen im Vordergrund.

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Stadium 2 — Strukturveränderungen

MRT zeigt Ödem mit Sklerosezonen; im Röntgen Verdichtungsbereiche sichtbar. HBOT als ergänzende Maßnahme wird in diesem Stadium eingesetzt, häufig in Kombination mit Physiotherapie.

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Stadium 3 — Subchondrale Fraktur

Beginnende Knochenzerstörung und subchondrale Fraktur. Operative Eingriffe können notwendig sein; HBOT als Begleittherapie wird je nach Befund in Betracht gezogen.

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Stadium 4 — Kollaps

Ausgeprägte Knorpel- und Knochenveränderungen in allen Bildgebungsverfahren. Im Vordergrund stehen operative Maßnahmen: Gelenkersatz oder Knochentransplantation.

Wie HBOT eingesetzt wird

Knochengewebe reagiert auf veränderte Sauerstoffbedingungen. Drei Mechanismen, die in der hyperbaren Medizin bei Knochennekrose untersucht werden:

Knochenmarködem — gefäßverengender Effekt

Hoher Sauerstoffpartialdruck führt zu einer milden Vasokonstriktion, die den Gewebedruck im Knochenmark senkt. Dieser antidematöse Effekt ist in frühen Stadien Gegenstand klinischer Beobachtung.

Angiogenese in avaskulärem Gewebe

Der Wechsel zwischen Hyperoxie und Normoxie — wie er bei HBOT-Sitzungen entsteht — gilt als möglicher Stimulus für die Neubildung von Kapillaren. Die Gefäßneubildung in nekrotischem Knochengewebe wird in der hyperbaren Medizin aktiv untersucht.

Osteogene Zellen unter Sauerstoffeinfluss

Osteoblasten (knochenaufbauend) und Osteoklasten (knochenabbauend) sind sauerstoffabhängig aktiv. Inwieweit veränderte O₂-Bedingungen den Umbau im nekrotischen Areal beeinflussen, ist Gegenstand laufender Forschung.

Erfahrungen unserer Patienten

„Ich bin wegen meines Fußes hierher angereist — die Verknöcherung fehlte nach neun Wochen noch immer. Dass ich am Ende auch auf meinem operierten Auge wieder besser sehe und nicht mehr nachtblind bin, hatte ich nicht erwartet."
Frau S. aus Bobingen · Verzögerte Knochenheilung nach Fußoperation

Ablauf & Vorgehen

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    Ärztliches Erstgespräch

    Dr. Treise bespricht Bildgebung (MRT, Röntgen), Risikofaktoren, Grunderkrankungen und bisherige Therapie. Die ARCO-Stadieneinordnung ist Grundlage für die gemeinsame Therapieplanung.

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    Wann kommt HBOT in Betracht?

    In der Regel ab Stadium 2 — wenn MRT ein Ödem mit Sklerosezonen zeigt und konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Eine frühe Abklärung ist sinnvoll, da im Frühstadium mehr Optionen bestehen.

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    Therapieprogramm

    Mehrere Wochen, täglich oder an aufeinanderfolgenden Tagen, ergänzt durch Physiotherapie. Knochen brauchen Zeit: Eine erste bildgebende Verlaufskontrolle findet in der Regel 4–6 Wochen nach Behandlungsende statt.

  4. 4

    Begleitende Maßnahmen

    Nikotinkarenz ist besonders wichtig, da Nikotin die Mikrozirkulation direkt beeinträchtigt. Ergänzend zu HBOT können CO₂-Trockenbad und Frequenztherapie eingesetzt werden.

Übernachten direkt im Schloss

Für Patienten von weiter weg: Zimmer direkt am Behandlungsort — ideal für zwei Sitzungen täglich.

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